„Was kostet KNX?“ ist die Frage, die jeder stellt – und die niemand seriös mit einer Zahl beantworten kann. Trotzdem möchten wir Ihnen eine ehrliche Orientierung geben, damit Sie Angebote einordnen und Ihr Budget planen können.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Eine KNX-Anlage besteht aus vier Kostenblöcken:
| Block | Was gehört dazu | Anteil (typisch) |
|---|---|---|
| Geräte | Aktoren, Taster, Präsenzmelder, Spannungsversorgung, Schnittstellen, Wetterstation, ggf. Visu-Server | 40–50 % |
| Installation | Busleitung, Sternverdrahtung, größere Verteiler, Montage – der Mehraufwand gegenüber konventionell | 25–35 % |
| Planung & Programmierung | Raumbuch, GA-Konzept, ETS-Parametrierung, Inbetriebnahme, Dokumentation | 15–25 % |
| Visualisierung & Extras | App/Tablet, Sprachsteuerung, Energiemanagement, Multiroom | 0–15 % |
Größenordnungen nach Projekttyp
- Einfamilienhaus, solide Ausstattung (Licht, Beschattung, Heizung, Präsenz, einfache Visu): Der KNX-Mehrpreis gegenüber einer konventionellen Elektroinstallation liegt erfahrungsgemäß im mittleren fünfstelligen Bereich – abhängig von Größe, Anzahl der Kreise und Komfortwünschen.
- Einfamilienhaus, Premium (DALI/Tunable White, Energiemanagement, Multiroom, Wandtablets, Logikserver): deutlich darüber – hier bestimmen Wünsche den Preis, nicht die Technik.
- Gewerbe / Büro: Oft günstiger pro Quadratmeter als im Wohnbau, weil Funktionen standardisierter sind (Licht + Beschattung + Heizung je Achse). Dafür zählen Normen, Brandschutz und Dokumentationspflichten.
- Nachrüstung im Bestand: Wenn keine Leitungen liegen, ist Funk-KNX (KNX RF) oder eine Kombination sinnvoll. Der Aufwand hängt fast nur von den baulichen Gegebenheiten ab.
Die großen Stellschrauben
- Anzahl der Kreise. Jede Leuchte einzeln dimmbar? Oder Gruppen? Das ist die größte Geräte- und Kabelposition.
- Tasterwahl. Zwischen einem soliden 4-fach-Taster und einem Glas-Touch-Panel mit Display liegt ein Faktor 3–5 – pro Raum.
- Visualisierung. Von „Taster reichen“ über App-Visualisierung bis zum Logikserver mit Wandtablets ist alles möglich.
- Eigenleistung und Arbeitsteilung. Ein Elektrobetrieb installiert, wir planen und programmieren – das ist oft die wirtschaftlichste Kombination. Und mit dem KNX Planer können Bauherren das Raumbuch selbst vorbereiten.
Wo sich Sparen rächt
- Zu kleiner Verteiler – jede spätere Erweiterung wird zum Umbau.
- Zu wenige Busleitungen / Leerdosen – der Taster, der später fehlt, kostet dann einen Stemmer.
- Keine Dokumentation – spart heute ein paar Stunden und kostet in zehn Jahren eine komplette Rekonstruktion.
- Billig-Gateways statt nativer KNX-Geräte an kritischen Stellen (Heizung, Sicherheit).
Wo sich Sparen lohnt
- Herstellerneutral einkaufen: Gute Aktoren gibt es in jeder Preisklasse.
- Präsenzmelder statt Taster in Nebenräumen.
- Schaltaktoren statt Dimmer, wo niemand dimmt.
- Visualisierung als zweiten Schritt planen – die Infrastruktur (Netzwerk, Leerdosen) aber sofort.
Unser Vorgehen
Wir erstellen mit Ihnen ein Raumbuch, planen im Grundriss, und Sie erhalten eine Geräte- und Kabelliste plus Leistungsverzeichnis. Damit können Sie Angebote von Elektrobetrieben vergleichen – oder Sie beauftragen die Ausführung über unseren Schwesterbetrieb RaumFaktum Rheinland. Planung und Programmierung bieten wir zum Festpreis an.
