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Energie 3 Min. Lesezeit

Wallbox, Wärmepumpe, PV: Was die Elektroplanung heute können muss

Drei Verbraucher, die es vor zehn Jahren kaum gab, bestimmen heute die Auslegung der Hauselektrik. Was das für Zählerschrank, Zuleitungen und Reserve bedeutet.

Eine Hauselektrik wird für vierzig bis fünfzig Jahre gebaut. Was heute installiert wird, muss also Anforderungen tragen, die man noch nicht kennt. Drei davon kennt man allerdings inzwischen sehr genau, weil sie in fast jedem Neubau vorkommen: Wärmepumpe, Photovoltaik mit Speicher und Wallbox.

Jede dieser drei Komponenten stellt eigene Anforderungen an die Elektroinstallation. Zusammen verändern sie die Auslegung des ganzen Hauses.

Was sich gegenüber früher geändert hat

Ein Einfamilienhaus der Achtzigerjahre hatte eine Anschlussleistung, die auf Herd, Waschmaschine und Beleuchtung ausgelegt war. Der Zählerschrank war entsprechend klein, die Unterverteilung hatte zwölf Plätze.

Heute kommen dazu:

  • Wärmepumpe, je nach Größe mit eigenem Zähler und Sperrzeitensteuerung
  • PV-Wechselrichter, oft mit Batteriespeicher
  • Wallbox, meist 11 kW, mit eigener Absicherung und Fehlerstromschutz
  • Energiemanagement, das diese drei aufeinander abstimmt

Das sind vier zusätzliche Systeme, die alle Platz in der Verteilung, eigene Zuleitungen und Kommunikationswege brauchen.

Wärmepumpe

Zuleitung. Eigener Stromkreis vom Zählerschrank, dimensioniert nach Leistung. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Einfamilienhaus üblicherweise 5 x 4 mm² oder größer.

Zähler und Sperrzeit. Viele Netzbetreiber verlangen einen separaten Zähler oder eine Steuereinrichtung für die Abschaltung in Spitzenzeiten (§ 14a EnWG). Das braucht Platz im Zählerschrank und eine Steuerleitung.

Kommunikation. Moderne Wärmepumpen wollen mit dem PV-System und dem Energiemanagement sprechen. Eine Netzwerkleitung zum Aufstellort ist deshalb keine Kür.

Was oft fehlt: Die Netzwerkleitung. Und Platz für die Steuereinrichtung im Schrank.

Photovoltaik und Speicher

Leitungswege. Vom Dach zum Wechselrichter, vom Wechselrichter zum Zählerschrank. Beides sollte im Rohbau als Leerrohr vorgesehen sein, auch wenn die Anlage erst später kommt.

Aufstellort. Wechselrichter und Speicher brauchen Platz, Belüftung und im Zweifel eine eigene Absicherung. Der Hauswirtschaftsraum ist der übliche Ort – und meist schon voll.

Zählerplatz. Für die Einspeisung braucht es einen Zweirichtungszähler und je nach Konstellation einen weiteren Zählerplatz.

Was oft fehlt: Das Leerrohr vom Dach. Nachträglich bedeutet das eine Aufputzverlegung an der Fassade oder eine Bohrung durch mehrere Geschosse.

Wallbox

Zuleitung. Eigener Stromkreis, bei 11 kW typischerweise 5 x 6 mm² – abhängig von Länge und Verlegeart. Bei größeren Entfernungen zum Stellplatz kann ein größerer Querschnitt nötig werden.

Fehlerstromschutz. Wallboxen brauchen einen FI vom Typ A EV oder Typ B. Das ist keine Option, sondern Vorschrift.

Anmeldung. Jede Wallbox ist beim Netzbetreiber anzumelden, ab 12 kW braucht es dessen Zustimmung.

Lastmanagement. Wenn mehr als ein Ladepunkt geplant ist oder der Hausanschluss knapp wird, braucht es eine Steuerung. Auch die will kommunizieren.

Was oft fehlt: Das Leerrohr zur Garage, wenn die Wallbox erst später kommt. Das ist der mit Abstand häufigste teure Nachrüstfall.

Der Zählerschrank als Nadelöhr

Alle drei Systeme laufen an derselben Stelle zusammen. Ein Zählerschrank, der auf den heutigen Bedarf ausgelegt ist, wird in wenigen Jahren zum Engpass – und sein Austausch ist aufwendig, weil er unter Plombe steht und der Netzbetreiber beteiligt werden muss.

Was Sie im Rohbau vorsehen sollten

Auch wenn heute nichts davon geplant ist – diese Positionen kosten jetzt wenig:

  1. Leerrohr zur Garage oder zum Stellplatz, ausreichend dimensioniert
  2. Leerrohr vom Dach zum Technikraum
  3. Netzwerkleitung zum Aufstellort der Wärmepumpe und zum Technikraum
  4. Reserveplätze im Zählerschrank, mindestens für einen weiteren Zähler
  5. Ausreichend dimensionierter Hausanschluss – die Nachrüstung ist Sache des Netzbetreibers und dauert

Und wenn das Budget nicht reicht?

Dann priorisieren Sie nach dem, was später nicht mehr geht. Die Wallbox können Sie in fünf Jahren kaufen. Das Leerrohr zur Garage können Sie in fünf Jahren nicht mehr legen, ohne die Einfahrt aufzureißen.

Alles, was in der Wand oder im Boden liegt, jetzt. Alles, was davorsitzt, kann warten.

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