Zum Inhalt springen
MyKonnex
Planung 3 Min. Lesezeit

Leerrohre im Neubau: Was später nicht mehr geht

Leerrohre kosten im Rohbau wenig und entscheiden darüber, was in zehn Jahren noch nachrüstbar ist. Welche Trassen sich lohnen und welche Sie sich sparen können.

Es gibt im Hausbau wenige Positionen, bei denen das Verhältnis zwischen heutigen Kosten und späterem Nutzen so eindeutig ist wie bei Leerrohren. Ein Meter Leerrohr kostet im Rohbau wenige Euro. Dieselbe Verbindung nachträglich herzustellen, bedeutet Stemmen, Staub, Verputzen, Malern – und in bewohnten Räumen mehrere Tage Einschränkung.

Trotzdem werden Leerrohre in Standardangeboten selten großzügig vorgesehen. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil sie in keiner Norm als Pflicht stehen und der Bauherr sie nicht nachfragt.

Warum Leerrohre die einzige echte Zukunftssicherung sind

Alles andere in der Elektroinstallation ist eine Entscheidung für heute: Diese Steckdose, dieser Schalter, dieses Gerät. Ein Leerrohr ist eine Entscheidung für später. Es legt nicht fest, was hindurchläuft – nur, dass überhaupt etwas hindurchlaufen kann.

Das ist deshalb so wertvoll, weil sich die Anforderungen an ein Haus schneller ändern als seine Substanz. Vor zehn Jahren war eine Wallbox exotisch, ein Access Point pro Etage übertrieben und eine Wärmepumpe die Ausnahme. Wer damals Leerrohre gelegt hat, konnte nachrüsten. Wer nicht, musste stemmen.

Die Trassen, die sich fast immer lohnen

Von der Unterverteilung in jedes Geschoss. Mindestens ein großzügig dimensioniertes Rohr, besser zwei. Das ist die Hauptschlagader für alles, was später dazukommt.

Zur Garage, zum Carport, zum Stellplatz. Auch wenn heute kein E-Auto geplant ist. Zwei Rohre: eines für die Ladeleitung, eines für Daten und Steuerung.

Zum Dachboden oder zum technischen Raum. Für PV-Anbindung, Antennentechnik, Access Points, spätere Sensorik.

In die zentralen Wohnräume. Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Küche. Von der Verteilung aus, für Netzwerk oder Bus.

Vom Hausanschlussraum nach außen. Für Gartensteckdosen, Beleuchtung, Kamera, Torantrieb, ein Gartenhaus.

Zwischen Verteilung und Zählerschrank. Klingt selbstverständlich, wird aber knapp geplant – und ist genau die Stelle, an der Wärmepumpe, PV und Wallbox später zusätzliche Adern brauchen.

Worauf es bei der Ausführung ankommt

Ein Leerrohr, das man nicht nutzen kann, ist kein Leerrohr. Drei Punkte entscheiden:

Durchmesser. M25 ist ein brauchbarer Standard für Wohnräume, für Hauptrassen eher M32 oder größer. Zu enge Rohre lassen sich später nicht mehr belegen, besonders wenn schon eine Leitung drinliegt.

Zugdraht. Jedes Leerrohr sollte mit einem Zugdraht versehen sein. Ohne ihn ist das Einziehen einer Leitung durch mehrere Bögen Glücksache.

Bögen und Länge. Je mehr Richtungswechsel, desto schwerer wird das Einziehen. Bei langen Strecken lieber eine Abzweigdose als Zwischenstation einplanen.

Dokumentation. Ein Rohr, von dem niemand mehr weiß, wo es endet, nützt wenig. Ein Foto der offenen Wand vor dem Verputzen ist die billigste Dokumentation, die es gibt – machen Sie es selbst, wenn es niemand anderes tut.

Was Sie sich sparen können

Nicht jede Trasse lohnt sich. Übertreiben kostet Geld ohne Gegenwert:

  • Leerrohre in Innenwände ohne Ziel. Ein Rohr, das in einer Wand endet, an der nie etwas hängen wird, ist verlorenes Material.
  • Rohre in jedes Zimmer für alles. Zwei durchdachte Trassen sind mehr wert als zwölf, die niemand zuordnen kann.
  • Übergroße Dimensionen im Nebenraum. M32 in die Abstellkammer ist Verschwendung.

Die Frage an Ihren Elektrobetrieb

„Welche Leerrohrtrassen sind im Angebot enthalten – und was würde es kosten, zusätzlich eine Trasse zur Garage und eine in jedes Geschoss vorzusehen?"

Die Antwort ist meist ein überschaubarer Betrag. Und Sie haben die Entscheidung dann bewusst getroffen, statt sie zu übergehen.

Kurz zusammengefasst

Leerrohre sind die günstigste Versicherung im Hausbau. Sie kosten dreistellig und ersparen vierstellige Nachrüstkosten. Wer beim Elektroangebot eine Position streichen will, sollte es nicht diese sein.

Passt das zu Ihrem Projekt?

Wir beraten unverbindlich – per Telefon, Mail oder vor Ort in NRW; Planung und Programmierung auch remote.

Anfrage senden

MyKonnex

KNX Systemintegration & Individualsoftware aus Velbert – eine Marke der RaumFaktum Rheinland GmbH. Wir schreiben aus der Praxis: eigene Projekte, eigene Werkzeuge (KNX Planer, RFplan), keine Werbeversprechen. Mehr über uns

Verwandte Artikel

Lassen Sie uns über Ihr Projekt sprechen.

Kurze Schilderung genügt – wir melden uns innerhalb eines Werktags mit einer ehrlichen Einschätzung. Unverbindlich und kostenlos.

WhatsApp: 0160 / 94 64 88 67