Das Badezimmer ist der Raum, in dem Licht am meisten können muss. Morgens soll es hell und ehrlich sein, damit Sie sich rasieren oder schminken können. Nachts soll es kaum wahrnehmbar sein, damit Sie nach dem Gang zur Toilette wieder einschlafen. Und dazwischen soll es nicht ausgehen, während Sie unter der Dusche stehen.
Dieser Beitrag zeigt, wie Sie das Licht im Bad im Neubau planen, welche Rolle ein Smart Home dabei spielt und wo die Grenzen der Automatik liegen.
Erst die Sanitärplanung, dann das Licht
Lichtplanung im Bad hängt eng an der Badplanung. Wo der Waschtisch hängt, wo die Dusche ist, ob es eine Wanne gibt, das steht oft erst spät fest. Warten Sie mit der Elektroplanung nicht zu lange, aber legen Sie die Auslässe erst fest, wenn die Sanitärobjekte ihren Platz haben. Ein Spiegelauslass, der zehn Zentimeter neben der Waschtischmitte sitzt, ist im fertigen Bad sofort sichtbar.
Beachten Sie außerdem: Im Bad gelten für Leuchten, Steckdosen und Schalter besondere Schutzbereiche rund um Dusche und Wanne. Was wo erlaubt ist und welche Schutzart Leuchten dort brauchen, plant und prüft Ihre Elektrofachkraft. Arbeiten an der 230-V-Installation gehören ohnehin in ihre Hände.
Spiegellicht: von vorn statt von oben
Der häufigste Fehler im Bad ist ein einzelner Deckenspot über dem Waschtisch. Licht von oben wirft Schatten unter Augen und Kinn. Für den Blick in den Spiegel ist Licht von vorn besser, seitlich oder rund um den Spiegel.
Möglich sind:
- Spiegelschrank oder Spiegel mit integrierter Beleuchtung. Dafür braucht es einen Auslass in passender Höhe hinter dem Spiegel.
- Zwei Wandleuchten links und rechts vom Spiegel. Das gibt das gleichmäßigste Licht im Gesicht.
- Lichtleiste über dem Spiegel, nach vorn abstrahlend. Ein Kompromiss, wenn seitlich kein Platz ist.
Achten Sie bei der Auswahl auf eine gute Farbwiedergabe. Hersteller geben sie als Ra- oder CRI-Wert an. Für das Bad ist ein hoher Wert sinnvoll, damit Hauttöne natürlich wirken. Planen Sie das Spiegellicht als eigenen Stromkreis bzw. eigenen Aktorkanal, damit Sie es getrennt vom Raumlicht schalten können.
Die Lichtschichten im Bad
| Lichtschicht | Aufgabe | Typische Lösung |
|---|---|---|
| Grundlicht | Raum ausleuchten, Putzen | Deckenleuchte oder Einbaustrahler, dimmbar |
| Spiegellicht | Gesicht ausleuchten | Spiegelbeleuchtung oder Wandleuchten seitlich |
| Akzentlicht | Stimmung, Badewanne | LED-Band in Nische oder unter dem Waschtisch |
| Nachtlicht | Orientierung nachts | sehr gedimmt, in Bodennähe oder unter dem Waschtisch |
Gerade das LED-Band unter einem wandhängenden Waschtisch hat sich bewährt. Es eignet sich als Akzentlicht am Abend und, stark gedimmt, als Nachtlicht. Dafür braucht es einen Auslass und Platz für ein Netzteil, das zugänglich bleiben sollte.
Präsenzmelder im Bad: die richtige Erwartung
Ein Präsenzmelder an der Decke schaltet das Licht ein, wenn Sie den Raum betreten, und wieder aus, wenn niemand mehr da ist. Das ist bequem und spart die Suche nach dem Schalter mit nassen Händen. Im Bad gibt es aber zwei typische Probleme.
Die Dusche mit Glaswand. Präsenzmelder arbeiten meist mit Wärmestrahlung. Durch Glas sehen sie nicht. Wer in der Duschkabine steht, ist für den Melder unter Umständen nicht da. Ein zweiter Melder, eine passende Position oder eine längere Nachlaufzeit lösen das.
Wenig Bewegung. Wer auf der Toilette sitzt oder in der Wanne liegt, bewegt sich kaum. Ist die Nachlaufzeit zu kurz eingestellt, geht das Licht aus. Planen Sie deshalb einen Taster mit ein, damit Sie das Licht jederzeit von Hand einschalten oder für eine Weile festhalten können.
Wie man Melder je Raum platziert, beschreibt Präsenzmelder richtig platzieren.
Licht und Lüfter zusammen denken
In fensterlosen Bädern läuft ein Lüfter, oft gekoppelt an das Licht. Das ist einfach, aber nicht optimal: Der Lüfter läuft auch beim kurzen Händewaschen an und hört auf, sobald das Licht ausgeht.
Ein Smart Home kann das besser. Der Lüfter startet erst, wenn jemand einige Minuten im Bad ist, und läuft danach eine einstellbare Zeit nach. Noch besser ist ein Feuchtesensor, der den Lüfter nach Luftfeuchte steuert. Gibt es im Haus eine zentrale Lüftungsanlage, wird das mit deren Planer abgestimmt.
Was sonst noch ins Bad gehört
Ein paar Punkte, die man bei der Lichtplanung gleich mitnimmt:
- Steckdosen am Waschtisch für Föhn und Zahnbürste, mit ausreichendem Abstand zum Wasser nach Vorgabe der Elektrofachkraft.
- Elektrischer Handtuchheizkörper: Mit einer Zeitsteuerung läuft er morgens und abends, statt den ganzen Tag.
- Fußbodenheizung: Ein eigener Sollwert für das Bad ist Standard. Über die Raumregelung lässt sich das Bad morgens etwas wärmer stellen. Mehr dazu in Heizung smart steuern: Raum für Raum.
- Spiegelheizung gegen Beschlag, wenn Sie das möchten. Sie kann mit dem Spiegellicht gekoppelt werden.
Bedienung für alle im Haushalt
Das Bad wird von allen genutzt, auch von Gästen. Eine Bedienung, die nur der Hausherr versteht, führt zu Frust. Ein Taster neben der Tür mit klarer Belegung, etwa oben Licht und unten Spiegel, reicht meist. Automatiken sollten so arbeiten, dass niemand sie erklären muss.
Kurz zusammengefasst
Planen Sie das Badlicht nach der Sanitärplanung, mit Spiegellicht von vorn, einem dimmbaren Grundlicht und einem sanften Nachtlicht. Präsenzmelder sind im Bad sinnvoll, brauchen aber die richtige Position, eine passende Nachlaufzeit und einen Taster als Ergänzung. Lüfter, Handtuchheizkörper und Fußbodenheizung lassen sich in derselben Planung gleich mit steuern.
