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Energie 3 Min. Lesezeit

Heizung smart steuern: Raum für Raum die passende Temperatur

Bad warm, Schlafzimmer kühl, Büro nur tagsüber: Wie eine raumweise Heizungssteuerung funktioniert, was sie bei Fußbodenheizung und Wärmepumpe bringt und worauf Sie achten sollten.

Kaum ein Haus hat in allen Räumen dieselben Bedürfnisse. Im Bad soll es morgens warm sein, im Schlafzimmer nachts eher kühl, das Arbeitszimmer wird nur werktags genutzt und das Gästezimmer fast nie. Eine Heizung, die überall gleich heizt, verschenkt Komfort und meist auch Energie.

Die raumweise Steuerung, oft Einzelraumregelung genannt, löst genau das. Ein Smart Home macht sie bequem.

Wie Einzelraumregelung funktioniert

Das Prinzip ist einfach: Jeder Raum hat einen Temperaturfühler und ein Ventil, das die Wärmezufuhr regelt.

Bei Fußbodenheizung sitzen kleine Stellantriebe am Heizkreisverteiler, meist in einem Kasten im Flur. Jeder Heizkreis führt in einen Raum, jeder Stellantrieb öffnet oder schließt diesen Kreis.

Bei Heizkörpern übernimmt ein elektronisches Thermostat am Heizkörper diese Aufgabe, entweder verdrahtet oder per Funk.

Im Neubau ist eine raumweise Regelung ohnehin üblich. Der Unterschied liegt darin, ob jeder Raum einen einfachen Drehregler hat oder ob alle Räume gemeinsam gesteuert werden und miteinander reden.

Was die smarte Variante besser kann

Zeitprofile je Raum. Das Bad wird vor dem Aufstehen warm, das Arbeitszimmer nur an Werktagen beheizt, das Gästezimmer bleibt auf niedriger Grundtemperatur, bis Besuch angekündigt ist.

Fenster auf, Heizung aus. Ein Fensterkontakt meldet, dass gelüftet wird, und der Raum hört auf zu heizen. Ohne dass jemand daran denken muss.

Abwesenheit. Ein Taster an der Haustür oder die Urlaubsfunktion senkt alle Räume ab. Vor der Rückkehr wird das Haus wieder auf Temperatur gebracht.

Überblick. Sie sehen auf einen Blick, welcher Raum wie warm ist und wo gerade geheizt wird. Das hilft auch, Fehler zu finden, etwa einen Stellantrieb, der nicht mehr öffnet.

Zusammenspiel mit der Wärmepumpe

Viele Neubauten heizen mit einer Wärmepumpe. Sie arbeitet am effizientesten, wenn sie gleichmäßig mit niedriger Vorlauftemperatur läuft. Das hat Folgen für die Raumregelung:

  • Nicht zu viele Räume gleichzeitig zudrehen. Wenn fast alle Kreise geschlossen sind, hat die Wärmepumpe kaum Abnehmer und taktet häufiger.
  • Hydraulischer Abgleich zuerst. Eine smarte Steuerung ersetzt keine sauber eingestellte Heizungsanlage. Der Abgleich gehört zur Aufgabe des Heizungsbauers.
  • Abstimmung der Gewerke. Elektro- und Heizungsplanung sollten früh klären, wer welche Komponenten liefert und wie sie zusammenarbeiten.

Wie Wärmepumpe, Photovoltaik und Wallbox in der Elektroplanung zusammenhängen, beschreiben wir in Wallbox, Wärmepumpe und PV planen.

Worauf Sie bei der Planung achten sollten

Fühler an der richtigen Stelle. Ein Temperaturfühler neben der Terrassentür, über einem Heizkörper oder in der Mittagssonne misst falsch. Er gehört an eine Innenwand auf Höhe eines Lichtschalters, ohne direkte Sonne.

Ein Fühler pro Raum, nicht pro Etage. Wo mehrere Räume an einem Fühler hängen, lassen sie sich nicht getrennt regeln.

Heizkreise sauber zuordnen. Größere Räume haben oft mehrere Heizkreise. Die müssen in der Dokumentation eindeutig dem Raum zugeordnet sein, sonst wird jede spätere Änderung zum Suchspiel.

Bedienung am Raum. Auch im Smart Home sollte man die Temperatur direkt im Raum anpassen können, nicht nur per App. Viele Taster haben dafür eine Anzeige mit Plus- und Minus-Tasten.

Fensterkontakte früh einplanen. Im Rohbau sind sie günstig verdrahtet, nachträglich sind Funkkontakte nötig.

Was Sie erwarten können

Eine raumweise Steuerung macht das Haus vor allem komfortabler: Jeder Raum hat die Temperatur, die er braucht, zur Zeit, wenn er gebraucht wird. Einsparungen entstehen vor allem dort, wo Räume unterschiedlich genutzt werden und wo bisher beim Lüften weitergeheizt wurde. Wie groß sie ausfallen, hängt stark vom Gebäude und vom Verhalten der Bewohner ab, daher nennen wir hier keine pauschalen Prozentzahlen.

Sicher ist: Die Grundlage muss im Rohbau gelegt werden. Fühler, Leitungen und Stellantriebe sind dann ein überschaubarer Posten. Wie sich solche Posten in die Gesamtkosten einordnen, zeigt unser Artikel Was kostet KNX?.

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