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Planung 5 Min. Lesezeit

Netzwerk im Neubau planen: LAN-Dosen, WLAN und Technikschrank

Ohne stabiles Netzwerk läuft im Haus kaum noch etwas. Wie Sie LAN-Dosen, WLAN-Access-Points und den Technikschrank im Neubau planen, bevor der Putz drauf ist.

Früher reichte eine Telefondose im Flur. Heute hängen Fernseher, Homeoffice, Videosprechanlage, Wallbox, Wärmepumpe und das Smart Home am Netzwerk. Ein WLAN-Router im Erdgeschoss, der das ganze Haus versorgen soll, stößt in einem massiv gebauten Neubau schnell an seine Grenzen. Nachträglich Kabel zu ziehen ist teuer und staubig.

Dieser Beitrag zeigt, wie Sie das Netzwerk im Neubau planen: wo Kabel hingehören, wie das WLAN im ganzen Haus gut wird und was der Technikschrank braucht.

Das Prinzip: alles läuft zu einem Punkt

Ein gutes Hausnetzwerk ist sternförmig aufgebaut. Von jeder Netzwerkdose führt ein eigenes Kabel zu einem zentralen Punkt, meist im Hauswirtschafts- oder Technikraum. Dort sitzen Glasfaser- oder Kabelanschluss, Router, ein Switch und das Patchfeld.

Dieser Aufbau hat einen großen Vorteil: Sie können später an jeder Dose entscheiden, was dort angeschlossen wird. Ein Kabel zur Decke kann einen WLAN-Access-Point versorgen, ein Kabel zum Fernseher ein Streaming-Gerät, ein Kabel ins Arbeitszimmer den Rechner. Ein Ring oder eine Kette von Geräten, wie man es manchmal in Bestandsbauten sieht, ist dagegen schwer zu warten.

Für die Verkabelung werden heute üblicherweise geschirmte Installationskabel der Kategorie 7 mit Anschlussdosen der Kategorie 6A verwendet. Das reicht für die absehbaren Anforderungen im Wohnhaus. Ihre Elektrofachkraft legt Kabeltyp und Komponenten fest.

Wie viele Netzwerkdosen wohin?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Planen Sie nach Nutzung, wie bei den Steckdosen.

OrtEmpfehlungWarum
Wohnzimmer, Fernsehwand2 DosenFernseher, Streaming, Spielkonsole, Receiver
Arbeitszimmer2 Dosen am SchreibtischRechner und ggf. Drucker oder zweites Gerät
Kinderzimmer1 bis 2 Dosenwird später Lern- und Arbeitsplatz
Schlafzimmer1 Dose an möglicher TV-PositionOption für später
Decke je Etage1 Auslass für Access Pointstabiles WLAN im ganzen Haus
Außen, Garage, Carport1 Leitung oder LeerrohrKamera, Wallbox, Gartenhaus

Doppeldosen kosten kaum mehr als einfache. Wo Sie unsicher sind, ist eine Dose zu viel günstiger als eine fehlende. Wie Kinderzimmer mitwachsen, beschreibt der Beitrag Kinderzimmer elektrisch planen.

WLAN: Access Points statt eines starken Routers

Massive Wände und Stahlbetondecken dämpfen Funk stark. Ein einzelner Router, auch ein teurer, versorgt selten zuverlässig drei Etagen. Besser sind mehrere Access Points, die per Kabel angebunden sind und zusammen ein WLAN bilden.

Bewährt hat sich ein Access Point pro Etage, bei großen Grundrissen auch zwei. Montiert werden sie meist an der Decke im Flur oder in einem zentralen Raum. Der Strom kommt über das Netzwerkkabel selbst, das nennt man Power over Ethernet. Deshalb braucht der Auslass an der Decke keine eigene Steckdose, aber ein Netzwerkkabel.

Der Technikschrank

Am zentralen Punkt laufen alle Kabel zusammen. Das braucht mehr Platz, als viele erwarten. Ein kleiner Netzwerkschrank an der Wand oder ein Feld im Medienverteiler ist für ein Einfamilienhaus üblich. Darin sitzen Patchfeld, Switch, Router und gegebenenfalls ein Netzwerkspeicher.

Achten Sie auf drei Dinge:

  • Steckdosen. Router, Switch und Glasfasermodem brauchen Strom. Planen Sie mehrere Steckdosen am Schrank ein, am besten auf einem eigenen Stromkreis.
  • Wärme. Netzwerktechnik erzeugt Abwärme. In einem engen, geschlossenen Raum kann es warm werden. Etwas Luft oder eine Lüftungsöffnung hilft.
  • Reserve. Planen Sie Platz für einige Jahre Zuwachs ein. Mehr Ports, ein zweiter Switch oder ein kleiner Server kommen schneller, als man denkt.

Der Hausanschluss für Glasfaser oder Kabel liegt oft im Keller oder Hausanschlussraum. Liegt der Technikschrank an anderer Stelle, braucht es eine Verbindung dorthin. Ein Leerrohr mit großzügigem Durchmesser ist hier Pflicht. Was sich sonst noch über Leerrohre absichern lässt, erklärt Leerrohre im Neubau: Was später nicht mehr geht.

Smart Home und Netzwerk

Viele Smart-Home-Systeme verbinden sich über das Netzwerk mit Visualisierung, App und Fernzugriff. Bei KNX übernimmt das ein IP-Router oder eine IP-Schnittstelle im Verteiler. Dafür braucht der Elektroverteiler eine Netzwerkleitung zum Technikschrank. Das wird gern vergessen, wenn Elektroverteiler und Netzwerkschrank in verschiedenen Räumen sitzen.

Auch andere Geräte wollen ins Netz: Wechselrichter der Photovoltaik, Wallbox, Wärmepumpe, Videosprechanlage. Viele davon funktionieren zwar per WLAN, aber ein Kabel ist zuverlässiger. Wo diese Geräte sitzen, sollten Sie daher eine Netzwerkleitung vorsehen.

Wer plant das Netzwerk?

Im Neubau verlegt in der Regel der Elektrobetrieb die Netzwerkkabel. Wie gründlich das Netzwerk geplant wird, unterscheidet sich aber stark. Manche Angebote enthalten nur zwei Dosen im Wohnzimmer. Fragen Sie deshalb gezielt nach Anzahl der Dosen, Kabeltyp, Access-Point-Auslässen und Technikschrank. Wenn Sie Ihre Elektroplanung vor der Vergabe noch einmal neutral prüfen lassen möchten, beschreibt der Planungscheck, was dabei angeschaut wird.

Kurz zusammengefasst

Planen Sie das Netzwerk sternförmig zu einem Technikschrank, mit Dosen nach Nutzung statt nach Faustregel und mit einem kabelgebundenen Access Point pro Etage. Geben Sie dem Technikschrank Platz, Strom und Luft und verbinden Sie ihn mit Hausanschluss und Elektroverteiler. So hat das Haus ein Netzwerk, das auch in zehn Jahren noch trägt.

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