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Planung 5 Min. Lesezeit

Schlafzimmer smart planen: Licht, Ruhe und alles vom Bett aus

Leselicht, Zentral-Aus am Bett, leise Technik und dunkle Nächte: Was Sie im Schlafzimmer elektrisch planen sollten, damit das Smart Home nicht stört.

Im Schlafzimmer verbringen Sie viele Stunden, aber die meisten davon mit geschlossenen Augen. Deshalb gelten hier andere Regeln als im Wohnzimmer. Wichtig ist nicht, wie viel die Technik kann, sondern dass sie im richtigen Moment nicht auffällt: kein leuchtender Taster, kein klickendes Relais, kein Rollladen, der um sechs Uhr losfährt, obwohl Sie frei haben.

Dieser Beitrag zeigt, was Sie im Schlafzimmer im Neubau elektrisch vorbereiten sollten und welche Smart-Home-Funktionen den Alltag wirklich leichter machen.

Erst die Möbel, dann die Dosen

Die meisten Planungsfehler im Schlafzimmer entstehen, weil die Lage des Bettes beim Elektroplan noch nicht feststeht. Später sitzt die Steckdose hinter dem Nachttisch und der Lichtschalter auf der falschen Seite der Tür.

Legen Sie deshalb früh fest, an welcher Wand das Bett steht, wie breit es ist und wo die Nachttische hinkommen. Prüfen Sie auch, ob ein großer Kleiderschrank eine Wand komplett belegt. Steckdosen hinter einem Schrank sind verschenkt. Wie Sie Steckdosen grundsätzlich nach Nutzung statt nach Faustregel planen, beschreibt Wie viele Steckdosen pro Raum?.

Am Bett: was auf beide Seiten gehört

Jede Bettseite braucht ihre eigene kleine Ausstattung. Bewährt hat sich:

  • Zwei Steckdosen pro Seite in Höhe der Nachttischoberkante, damit Ladekabel und Leselampe nicht unter das Bett müssen. Eine USB-Ladedose ist bequem, ersetzt aber keine normale Steckdose.
  • Ein Taster pro Seite für Leselicht, Raumlicht und Rollladen.
  • Ein Auslass für eine Wandleuchte als Leselicht, falls Sie keine Tischleuchte möchten. Wandleuchten lassen sich gezielt ausrichten und stören den Partner weniger.

Die Höhe der Taster sollte so gewählt sein, dass Sie sie im Liegen ohne Aufsetzen erreichen. Halten Sie im Zweifel einmal Probe in einem Bett gleicher Höhe.

Licht in Schichten, auch hier

Ein Deckenlicht in der Mitte reicht im Schlafzimmer selten. Es ist zum Aufräumen gut, zum Lesen und zum Einschlafen nicht. Sinnvoll sind drei Ebenen:

LichtschichtWofürHinweis
GrundlichtAufräumen, Bett beziehendimmbar, damit es abends nicht blendet
LeselichtLesen am Bettje Seite einzeln schaltbar
Orientierungslichtnächtlicher Gang zum Badsehr gedimmt, in Bodennähe

Das Orientierungslicht ist die Funktion, die man am wenigsten vermisst, bevor man sie hat. Ein schwaches Licht auf Bodenhöhe, das nachts beim Aufstehen angeht, weckt weder Sie noch den Partner. Es kann über einen Bewegungsmelder an der Bettkante oder einen Taster ausgelöst werden. Wie Sie Licht in Schichten grundsätzlich planen, zeigt Lichtplanung im Wohnzimmer. Das Prinzip gilt auch hier.

Ruhe: die unterschätzte Anforderung

Technik kann im Schlafzimmer stören, ohne dass man es vorher bedenkt.

Leuchtende Taster. Viele Taster haben eine Orientierungs-LED oder Statusanzeigen. Im Flur ist das praktisch, im Schlafzimmer kann es stören. Bei den meisten Systemen lassen sich Helligkeit und Nachtabschaltung einstellen. Sprechen Sie das bei der Planung an.

Geräusche. Die Schaltaktoren sitzen bei KNX im Verteiler, nicht im Raum. Das ist ein Vorteil, solange der Verteiler nicht an der Schlafzimmerwand hängt. Bei Funk-Unterputzaktoren sitzt das Relais direkt in der Dose. Ein leises Klicken kann dann im stillen Raum hörbar sein.

Rollladenmotoren. Moderne Motoren sind leise, aber nicht lautlos. Eine Automatik, die morgens zur festen Uhrzeit fährt, sollte am Wochenende ausgesetzt oder an einen Wecker gekoppelt werden.

Stellantriebe der Heizung. Bei Fußbodenheizung sitzen sie im Heizkreisverteiler. Liegt der im Flur vor dem Schlafzimmer, ist das in der Regel unproblematisch. Hinter der Bettwand ist kein guter Platz.

Ankleide. Gehört zum Schlafzimmer eine Ankleide oder ein begehbarer Schrank, lohnt sich dort ein Licht, das beim Öffnen der Tür oder bei Bewegung automatisch angeht. Morgens müssen Sie dann nicht das helle Raumlicht einschalten, während Ihr Partner noch schläft. Planen Sie außerdem eine Steckdose für einen Spiegel mit Beleuchtung oder ein Bügeleisen ein.

Rollläden und Dunkelheit

Ein Schlafzimmer soll nachts dunkel sein. Rollläden leisten das besser als Raffstoren, weil sie dichter schließen. Automatisch heruntergefahren werden sie abends nach Uhrzeit oder Dämmerung. Morgens ist die Frage, was Sie möchten: langsam mit dem Wecker heller werden lassen, oder dunkel bleiben, bis Sie selbst entscheiden.

Für den Sommer ist ein Hitzeschutz sinnvoll. Liegt das Schlafzimmer nach Süden oder Westen, kann der Rollladen tagsüber halb geschlossen bleiben, damit der Raum abends nicht aufgeheizt ist. Was eine Rollladenautomatik im Alltag bringt, erklärt Rollläden automatisieren: Was bringt das wirklich?.

Heizung und Luft

Viele Menschen schlafen gern kühl. Mit einer raumweisen Regelung bekommt das Schlafzimmer einen eigenen Sollwert, etwa einige Grad unter dem Wohnzimmer. Ein Fensterkontakt sorgt dafür, dass die Heizung beim Lüften nicht gegen das offene Fenster arbeitet.

Ist eine Lüftungsanlage geplant, achten Sie auf die Lage der Auslässe und auf eine leise Stufe für die Nacht. Ein Luftqualitätssensor im Schlafzimmer zeigt, wann gelüftet werden sollte, und ist im Neubau meist günstig mitzuplanen.

Vorbereiten für später

Auch im Schlafzimmer ändern sich Wünsche. Ein Fernseher an der Wand, ein Schreibtisch in der Ecke, ein zusätzliches Ladegerät. Ein Leerrohr zu einer möglichen Fernsehposition und eine Netzwerkdose dort kosten im Rohbau wenig. Denken Sie auch an eine Steckdose am Fenster, falls später ein Ventilator oder ein mobiles Klimagerät dazukommt.

Kurz zusammengefasst

Planen Sie das Schlafzimmer vom Bett aus: Lage festlegen, Steckdosen und Taster je Seite, Leselicht getrennt, ein schwaches Orientierungslicht für die Nacht. Achten Sie auf Ruhe bei Tastern, Aktoren und Rollläden und geben Sie dem Raum einen eigenen Heizungs-Sollwert. Dann ist das Schlafzimmer der Raum, in dem man vom Smart Home am wenigsten merkt und am meisten hat.

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