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Planung 4 Min. Lesezeit

Elektroangebot lesen: Was die Positionen bedeuten

Ein Elektroangebot im Neubau umfasst schnell mehrere Seiten und einen fünfstelligen Betrag. Wie Sie die Positionen einordnen, wo Angebote unvergleichbar werden und welche Zeilen fehlen.

Ein Elektroangebot für ein Einfamilienhaus hat oft drei bis acht Seiten und endet mit einer Summe zwischen 25.000 und 60.000 Euro. Dazwischen stehen Positionen wie „Schalterstelle inkl. Zuleitung, Serienschalter, UP" – und die Frage, ob das nun günstig ist oder teuer, lässt sich ohne Fachhintergrund kaum beantworten.

Das Ziel dieses Artikels ist nicht, Sie zum Elektriker zu machen. Es ist, Ihnen die drei bis vier Stellen zu zeigen, an denen sich entscheidet, ob ein Angebot trägt.

Wie ein Elektroangebot aufgebaut ist

Fast alle Angebote folgen derselben Logik. Sie rechnen nach Stellen, nicht nach Metern:

  • Schalterstelle – ein Schalter inklusive Dose, Leitung und Anschluss
  • Steckdosenstelle – analog, meist als Einzel- oder Doppeldose
  • Lichtauslass – der Punkt, an dem später eine Leuchte hängt
  • Datendose – Netzwerkanschluss inklusive Leitung zum Verteiler

Dazu kommen Positionen für Zählerschrank, Unterverteilung, Potentialausgleich, Erdung, Rauchwarnmelder und die Inbetriebnahme mit Messprotokoll.

Der Preis je Stelle liegt je nach Region und Ausstattung typischerweise im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. Dieser Wert allein sagt aber wenig – entscheidend ist, wie viele Stellen kalkuliert sind und was in der Stelle enthalten ist.

Die vier Stellen, an denen Sie genau hinsehen sollten

1. Die Anzahl der Stellen

Zählen Sie nach. Steht im Angebot, wie viele Schalter-, Steckdosen- und Lichtstellen kalkuliert sind? Wenn ja, vergleichen Sie diese Zahl zwischen den Angeboten – nicht die Summe.

Wenn nein, ist das die erste Rückfrage. Ein Angebot ohne Stückzahlen ist keine Kalkulationsgrundlage, sondern eine Schätzung.

2. Der Zählerschrank und die Verteilung

Diese Position wird gern klein gehalten, weil sie im Vergleich auffällt. Prüfen Sie:

  • Ist Platz für Wärmepumpe, Wallbox und PV vorgesehen – oder ist der Schrank auf den heutigen Bedarf ausgelegt?
  • Sind Reserveplätze in der Unterverteilung eingeplant?
  • Ist die Anmeldung beim Netzbetreiber enthalten?

Ein zu klein dimensionierter Zählerschrank ist der teuerste Sparposten im ganzen Angebot, weil sein Austausch später einen Tag Arbeit und eine erneute Anmeldung bedeutet.

3. Was als „Eventualposition" oder „auf Nachweis" geführt wird

Positionen mit dem Zusatz „nach Aufwand", „auf Nachweis" oder „Eventualposition" tauchen nicht in der Endsumme auf, werden aber berechnet. Häufig betrifft das Stemmarbeiten, Kernbohrungen oder die Zuleitung zur Garage.

Fragen Sie nach, mit welchem Betrag realistisch zu rechnen ist. Ein Angebot mit vielen offenen Positionen ist am Ende oft teurer als eines mit höherer Endsumme.

4. Was gar nicht drinsteht

Das ist der Punkt, den man ohne Erfahrung am schwersten sieht. Regelmäßig fehlen:

  • Leerrohre über die Pflichtausstattung hinaus
  • Netzwerkverkabelung – oder nur zwei Dosen im ganzen Haus
  • Außensteckdosen und Außenbeleuchtung
  • Zuleitung zur Garage für eine spätere Wallbox
  • Sonnenschutzsteuerung, wenn Rollläden geplant sind
  • Bei KNX-Angeboten: die Programmierung. Das Material steht drin, die Arbeit daran nicht.

Wenn KNX im Angebot steht

Bei KNX-Angeboten kommt eine Besonderheit dazu: Das Material ist kalkulierbar, die Programmierung nicht ohne Weiteres. Achten Sie auf drei Zeilen:

Ist die Programmierung überhaupt enthalten? Manchmal steht sie als eigene Position, manchmal pauschal, manchmal gar nicht – und wird dann später zum Nachtrag.

Ist die Inbetriebnahme enthalten? Also der Termin, an dem die Anlage eingerichtet, getestet und übergeben wird.

Bekommen Sie das ETS-Projekt? Das ist die Projektdatei Ihrer Anlage. Ohne sie kann kein anderer Betrieb später etwas ändern. Das gehört ausdrücklich ins Angebot.

Die Fragen, die Sie stellen sollten

Vier Fragen, die jeder seriöse Betrieb beantworten kann:

  1. „Wie viele Schalter-, Steckdosen- und Lichtstellen sind kalkuliert?"
  2. „Welche Reserve ist im Zählerschrank und in der Verteilung vorgesehen?"
  3. „Welche Leistungen sind bewusst nicht enthalten?"
  4. „Was würde es kosten, Leerrohre in jedes Geschoss und zur Garage zu ergänzen?"

Kurz zusammengefasst

Vergleichen Sie nicht Summen, sondern Stückzahlen. Prüfen Sie den Zählerschrank auf Reserve. Fragen Sie nach dem, was fehlt. Und wenn KNX im Spiel ist: Klären Sie, wer programmiert und wem die Projektdatei am Ende gehört.

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