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Energie 3 Min. Lesezeit

Energie sparen mit Smart Home: Was realistisch ist

Smart Home spart Energie, aber nicht automatisch und nicht in jedem Haus gleich viel. Wo Automation wirklich hilft, wo sie kaum etwas bringt und worauf Sie achten sollten.

„Mit Smart Home sparen Sie Energie“ steht in vielen Prospekten, oft mit einer großen Prozentzahl daneben. Die ehrliche Antwort ist vorsichtiger: Ein Smart Home kann helfen, Energie zu sparen. Wie viel, hängt stark vom Haus, von der Heizung und vor allem von den Bewohnern ab. Dieser Beitrag ordnet ein, wo Automation wirklich etwas bringt und wo die Erwartungen zu hoch sind.

Warum es keine pauschale Zahl gibt

Ob und wie viel ein Smart Home spart, hängt von vielen Dingen ab:

  • Wie gut ist das Haus gedämmt? In einem gut gedämmten Neubau mit Fußbodenheizung reagieren Räume träge. Kurzes Absenken bringt dort weniger als in einem Altbau mit Heizkörpern.
  • Wie wurde vorher geheizt? Wer schon sparsam und bewusst heizt, gewinnt weniger als jemand, der alle Räume dauerhaft warm hält.
  • Wie leben Sie? Ein Haushalt, in dem tagsüber niemand zu Hause ist, hat mehr Potenzial als einer mit Homeoffice.

Seien Sie deshalb vorsichtig mit Versprechen, die eine feste Prozentzahl nennen, ohne Ihr Haus zu kennen.

Wo Automation wirklich hilft

Heizung nach Raum und Zeit. Die größte Wirkung hat meist die Einzelraumregelung: Jeder Raum bekommt die Temperatur, die er braucht, und zwar dann, wenn er genutzt wird. Gästezimmer und Hobbyraum müssen nicht dauerhaft warm sein. Wie man die Regelung richtig einstellt, erklärt KNX Einzelraumregelung optimieren.

Fensterkontakte. Wenn beim Lüften die Heizung im Raum automatisch zurückfährt, wird nicht gegen das offene Fenster angeheizt. Das ist eine der Funktionen, die im Alltag fast jeder spürt.

Abwesenheitsfunktion. Ein Tastendruck an der Haustür senkt die Heizung ab, schaltet vergessenes Licht und ausgewählte Steckdosen aus. Das ersetzt den Rundgang durchs Haus.

Beschattung im Sommer. Automatische Rollläden und Raffstoren halten die Sonne draußen, bevor es drinnen heiß wird. Das kann den Bedarf an Kühlung senken. Mehr dazu in KNX-Beschattung automatisieren.

Präsenzmelder in Fluren und Nebenräumen. Licht brennt nur, solange jemand da ist. Bei moderner LED-Beleuchtung ist der Effekt allerdings eher klein, der Komfort steht hier im Vordergrund.

Wo die Erwartungen oft zu hoch sind

  • Standby-Verbräuche. Steckdosen abzuschalten ist sinnvoll, die Ersparnis bei modernen Geräten aber meist überschaubar.
  • Licht. Mit LED ist Beleuchtung im Einfamilienhaus selten der große Posten.
  • Die Technik selbst. Auch Aktoren, Netzteile und Server brauchen dauerhaft Strom. Das ist nicht viel, sollte aber in eine ehrliche Rechnung einfließen.
  • Automatik gegen die Bewohner. Wenn Automationen nerven und deshalb umgangen werden, sparen sie nichts. Gute Einstellung ist wichtiger als viele Funktionen.

Photovoltaik, Wärmepumpe und Wallbox

Am meisten Potenzial liegt heute oft nicht im Sparen, sondern im klugen Nutzen. Wer eine Photovoltaikanlage hat, kann Strom dann verbrauchen, wenn die Sonne scheint: Die Wärmepumpe heizt den Speicher vor, das Auto lädt mittags, die Waschmaschine läuft mit eigenem Strom.

Das senkt nicht unbedingt den Verbrauch, aber den Strombezug aus dem Netz. Voraussetzung ist, dass die Geräte miteinander sprechen können. Wie das in der Elektroplanung vorbereitet wird, erklärt Wallbox, Wärmepumpe, PV. Die technische Umsetzung mit KNX beschreibt Wärmepumpe, PV und Wallbox ins KNX-System integrieren.

Smart Home lohnt sich nicht nur über die Energie

Wer ein Smart Home allein über eingesparte Energiekosten rechnen will, wird oft enttäuscht. Der Mehrpreis gegenüber einer konventionellen Installation liegt im Einfamilienhaus erfahrungsgemäß im mittleren fünfstelligen Bereich, wie unser Beitrag Was kostet KNX? einordnet. Das holt man über Energie allein selten wieder herein.

Der Wert liegt in der Summe: Komfort, Überblick, Sicherheit, Flexibilität für die Zukunft und eben auch ein bewussterer Umgang mit Energie.

Kurz zusammengefasst

Ein Smart Home spart Energie vor allem bei der Heizung, durch Einzelraumregelung, Fensterkontakte und eine gute Abwesenheitsfunktion. Mit PV, Wärmepumpe und Wallbox hilft es, eigenen Strom sinnvoll zu nutzen. Pauschale Prozentzahlen sind dagegen mit Vorsicht zu genießen. Wer es genau wissen will, misst den Verbrauch und stellt die Automation sorgfältig ein.

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