Dimmen ist die Funktion, bei der Kunden am ehesten merken, dass etwas nicht stimmt – und die häufigste Ursache für Nacharbeit nach der Übergabe. Typische Beschwerden: Das Licht springt beim Einschalten auf volle Helligkeit, unten flackert es, oder Hoch- und Runterdimmen fühlen sich unterschiedlich an.
Fast immer ist die Ursache eine Parametereinstellung oder eine Kombination aus Leuchtmittel und Dimmprinzip, nicht ein defekter Aktor.
Warum Hoch- und Runterdimmen unterschiedlich wirken
Das menschliche Auge nimmt Helligkeit logarithmisch wahr, ein Dimmaktor stellt aber linear. Zwischen 10 und 20 Prozent sieht man einen deutlichen Unterschied, zwischen 80 und 90 Prozent kaum einen.
Die meisten Aktoren bieten deshalb eine Dimmkennlinie: linear, logarithmisch oder frei einstellbar. Wer die Standardeinstellung übernimmt, bekommt oft lineares Verhalten – und der Kunde empfindet den unteren Bereich als zu schnell, den oberen als träge.
Praxis: Logarithmische Kennlinie einstellen, wo sie angeboten wird. Das allein löst die Mehrzahl der Beschwerden über „ungleichmäßiges" Dimmen.
Mindest- und Maximalhelligkeit
Der zweitwichtigste Parameter. LED-Leuchtmittel verhalten sich unterhalb einer bestimmten Schwelle unberechenbar: Sie flackern, gehen aus oder starten nicht mehr.
Mindesthelligkeit so einstellen, dass die Leuchte stabil arbeitet – bei vielen LEDs zwischen 8 und 15 Prozent. Der Wert wird ausprobiert, nicht berechnet, und er hängt vom konkreten Leuchtmittel ab.
Maximalhelligkeit ist seltener nötig, kann aber Sinn ergeben: Wer sie auf 90 Prozent begrenzt, verlängert die Lebensdauer und der Kunde merkt keinen Unterschied.
Phasenan- oder Phasenabschnitt
Bei konventionellen Dimmaktoren die grundlegende Frage:
Phasenabschnitt (RC) für kapazitive Lasten – elektronische Trafos, die meisten dimmbaren LED-Leuchtmittel und -Treiber.
Phasenanschnitt (RL) für induktive Lasten – konventionelle Trafos, Glühlampen.
Viele Aktoren erkennen die Last automatisch. Das funktioniert oft, aber nicht immer – besonders bei gemischten Lasten an einem Kanal oder sehr kleinen Lasten. Wenn Flackern auftritt, ist die manuelle Festlegung des Dimmprinzips der erste Versuch.
Wenn es trotzdem flackert
Die Reihenfolge, die sich bewährt hat:
- Mindesthelligkeit erhöhen. Löst die Mehrzahl der Fälle.
- Dimmprinzip manuell festlegen statt Automatik.
- Last prüfen. Viele Aktoren haben eine Mindestlast. Eine einzelne 5-Watt-LED an einem Kanal, der für 300 Watt ausgelegt ist, funktioniert oft nicht sauber.
- Leuchtmittel prüfen. „Dimmbar" auf der Verpackung heißt nicht, dass es mit jedem Dimmprinzip zusammenarbeitet. Die Kompatibilitätslisten der Hersteller sind hier hilfreicher als Versuch und Irrtum.
- Lasten trennen. Verschiedene Leuchtmitteltypen an einem Kanal sind eine häufige Ursache.
Wann DALI die bessere Antwort ist
Bei mehr als etwa acht dimmbaren Kreisen, bei durchgehender LED-Bestückung und immer dann, wenn Farbtemperatur oder Farbe gesteuert werden sollen, ist DALI dem konventionellen Dimmen überlegen: digitale Ansteuerung statt Phasenanschnitt, kein Flackern durch Lastprobleme, jede Leuchte einzeln adressierbar.
Der Mehrpreis liegt im Vorschaltgerät, nicht in der Installation – dazu haben wir einen eigenen Beitrag: DALI oder Dimmaktor.
Was in die Übergabe gehört
Wenn Dimmwerte mühsam ermittelt wurden, gehören sie dokumentiert – Kanal, Leuchtmittel, Mindesthelligkeit, Dimmprinzip. Sonst beginnt beim nächsten Leuchtmitteltausch die Sucherei von vorn.
