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Praxis 3 Min. Lesezeit

Wetterstation meldet ständig Regen: Ursachen und Abhilfe

Fehlalarme bei Regen-, Wind- und Dämmerungssensoren sind meist kein Defekt. Was Montageort, Parametrierung und Sensortyp damit zu tun haben.

Eine Wetterstation, die dauernd Regen meldet, ist ein dankbares Ärgernis: Die Beschattung fährt hoch, der Kunde ruft an, und am nächsten Tag ist es wieder gut. Bis zum nächsten Mal.

In den allermeisten Fällen ist der Sensor nicht defekt. Es sind vier Ursachen, die sich gut eingrenzen lassen.

1. Der Montageort

Der häufigste Grund. Ein Regensensor arbeitet mit einer beheizten Sensorfläche und misst deren Leitfähigkeit. Alles, was Feuchtigkeit auf diese Fläche bringt, löst aus:

  • Zu tiefe Montage unter einem Dachüberstand: Tropfwasser vom Dach trifft den Sensor lange nach dem Regen.
  • Montage in Spritzwasserbereich über einer Fläche, von der es hochspritzt.
  • Kondensation. Bei kalten Nächten mit hoher Luftfeuchte bildet sich Tau auf der Sensorfläche. Wenn die Heizung zu schwach eingestellt ist, wird das als Regen erkannt.
  • Verschmutzung. Laub, Pollen, Vogelkot. Eine verschmutzte Sensorfläche hält Feuchtigkeit länger.

Abhilfe: Sensorfläche reinigen, Montageort prüfen, Sensorheizung höher stellen, falls parametrierbar.

2. Die Nachlaufzeit

Viele Regensensoren melden „trocken" erst nach einer Nachlaufzeit. Ist die zu kurz, wechselt der Zustand bei leichtem Nieselregen im Minutentakt – und die Beschattung fährt entsprechend oft.

Abhilfe: Nachlaufzeit auf 10 bis 20 Minuten. Der Kunde merkt nicht, dass die Beschattung zehn Minuten später wieder fährt – aber er merkt, wenn sie ständig auf und ab geht.

3. Fehlende Priorität und Hysterese

Wenn Regen, Wind, Sonne und Zeitschaltung ohne definierte Rangfolge auf dieselbe Beschattung wirken, entsteht ein Wechselspiel, das wie ein Sensorfehler aussieht.

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat:

  1. Wind – hat immer Vorrang, ist Sicherheitsfunktion
  2. Frost/Eis – zweiter Sicherheitsaspekt
  3. Regen – nur relevant, wenn es Markisen oder offene Fenster betrifft
  4. Sonne/Beschattungsautomatik
  5. Zeitschaltung
  6. Manuelle Bedienung – mit definierter Rückkehr in die Automatik

Dazu gehört eine Hysterese bei allen Schwellwerten: Wenn die Beschattung bei 40 kLux herunterfährt, sollte sie erst bei 25 kLux wieder hochfahren – nicht bei 39.

4. Der Sensortyp passt nicht zur Aufgabe

Ein einfacher Regensensor sagt nur „nass" oder „trocken". Für eine Markise reicht das. Für differenzierte Automatik braucht es mehr Sensorik – Windgeschwindigkeit statt Windalarm, Helligkeit in drei Richtungen statt eines Werts, Außentemperatur.

Wenn ein Kunde eine feinfühlige Beschattungsautomatik erwartet, aber nur ein Kombigerät der Einstiegsklasse verbaut ist, hilft keine Parametrierung. Das gehört vor der Bestellung geklärt.

Die Prüfreihenfolge im Störungsfall

  1. Gruppenmonitor mitlaufen lassen und beobachten, wann und wie oft das Regenobjekt sendet.
  2. Sensorfläche ansehen – verschmutzt, feucht, Tropfwasser?
  3. Nachlaufzeit prüfen und großzügiger setzen.
  4. Prüfen, ob ein zweiter Absender auf dieselbe Beschattungsadresse wirkt.
  5. Sensorheizung prüfen, falls einstellbar.
  6. Erst danach an einen Defekt denken.

Mit dieser Reihenfolge klärt sich die Mehrzahl der Fälle innerhalb einer Stunde, häufig sogar per Fernzugriff ohne Anfahrt.

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