Über die Platzierung von Präsenzmeldern gibt es viel Material – auch bei uns. Was seltener beschrieben wird: Ein Melder, der richtig hängt, kann durch Parametrierung trotzdem unbrauchbar werden. Vier Einstellungen entscheiden über die Akzeptanz beim Kunden.
1. Die Nachlaufzeit
Zu kurz eingestellt geht das Licht aus, während jemand am Schreibtisch sitzt und sich wenig bewegt. Zu lang eingestellt brennt es unnötig.
Richtwerte, die sich bewährt haben:
| Raum | Nachlaufzeit |
|---|---|
| Flur, Treppe | 1–3 Minuten |
| WC, Gäste-Bad | 5–8 Minuten |
| Badezimmer | 10–15 Minuten |
| Arbeitszimmer, Büro | 15–20 Minuten |
| Keller, Abstellraum | 3–5 Minuten |
Wichtig: Viele Melder verlängern die Nachlaufzeit automatisch, wenn kurz nach dem Ausschalten wieder Bewegung erkannt wird. Diese Funktion sollte aktiv sein – sie korrigiert zu knappe Einstellungen selbsttätig.
2. Der Nachtmodus
Nachts ist die volle Helligkeit im Flur das Gegenteil von Komfort. Die meisten Melder bieten einen zweiten Betriebsmodus, der über eine Zeit- oder Helligkeitsschwelle aktiviert wird.
Sinnvolle Konfiguration:
- Tagsüber: Präsenzabhängig auf 100 Prozent
- Nachts (etwa 22 bis 6 Uhr): auf 10 bis 20 Prozent, mit kürzerer Nachlaufzeit
- Optional: nachts nur eine einzelne Leuchte statt der ganzen Gruppe
Das ist die Funktion, die Kunden im Alltag am häufigsten positiv erwähnen – und die am häufigsten nicht eingerichtet wird, weil sie im Standard nicht aktiv ist.
3. Handbetrieb: der Kunde will selbst schalten
Der wichtigste Punkt und der, an dem die meisten Anlagen scheitern. Automatik ist gut, aber der Nutzer muss sie übersteuern können – sonst fühlt er sich der Technik ausgeliefert.
Drei Verhaltensweisen, die sich unterscheiden:
Vollautomatik. Melder schaltet ein und aus. Tastendruck schaltet vorübergehend um. Nach Ablauf der Nachlaufzeit kehrt das System in die Automatik zurück. Geeignet für: Flure, Nebenräume, Gewerbe.
Halbautomatik. Der Nutzer schaltet ein, der Melder schaltet aus. Ohne Tastendruck bleibt es dunkel. Geeignet für: Arbeitszimmer, Räume mit Tageslicht – spart am meisten Energie und wird als am wenigsten bevormundend empfunden.
Handbetrieb mit Rückkehr. Der Nutzer übersteuert die Automatik dauerhaft, bis er wieder freigibt oder eine definierte Zeit abläuft. Geeignet für: Wohnzimmer, Situationen wie „Film schauen".
Die wichtigste Frage bei der Parametrierung: Wann kehrt die Anlage in die Automatik zurück? Wenn nie, findet der Kunde die Automatik irgendwann abgeschaltet und beschwert sich, dass sie nicht funktioniert. Bewährt hat sich eine Rückkehr nach Verlassen des Raums plus Nachlaufzeit, spätestens aber am nächsten Morgen.
4. Der Helligkeitsschwellwert
Ein Melder soll nicht einschalten, wenn genug Tageslicht da ist. Der Schwellwert wird meist in Lux angegeben – und zwar gemessen am Melder, nicht auf der Arbeitsfläche.
Das ist der Grund, warum die Werkseinstellung selten passt: Der Melder an der Decke misst reflektiertes Licht, das je nach Bodenbelag und Möblierung stark abweicht. Ein dunkler Boden bedeutet weniger Reflexion und damit einen niedrigeren Messwert bei gleicher Arbeitsplatzhelligkeit.
Praxis: Bei der Inbetriebnahme mit einem Luxmeter auf der Nutzfläche messen und den Melderwert dazu ins Verhältnis setzen. Wenn das zu aufwendig ist: Wert konservativ setzen und beim Nachtermin anpassen.
Was in die Dokumentation gehört
Präsenzmelder-Parameter sind der Klassiker unter den undokumentierten Einstellungen. In die Übergabe gehört mindestens:
- Nachlaufzeit je Melder
- Betriebsart (Voll-, Halbautomatik, Handbetrieb)
- Nachtmodus: Zeitfenster und Helligkeitswert
- Helligkeitsschwellwert
- Wie der Nutzer übersteuert und wann die Automatik zurückkehrt
Der letzte Punkt gehört zusätzlich in die Einweisung. Was der Kunde nicht versteht, schaltet er ab.
