Die ETS ist die einzige Software, mit der sich KNX-Anlagen vollständig projektieren lassen, und sie kostet Geld. Für Betriebe, die ein- bis zweimal im Jahr ein KNX-Projekt haben, ist die Lizenzfrage deshalb eine Wirtschaftlichkeitsfrage.
Die Versionen und ihre Grenzen
ETS Demo – kostenlos, bis zu fünf Geräte. Zum Ausprobieren und für sehr kleine Erweiterungen. In der Praxis reicht das für kein Projekt.
ETS Lite – begrenzt auf 20 Geräte. Für ein kleines Einfamilienhaus knapp ausreichend, für alles darüber nicht. Der Sprung von 20 auf 21 Geräte kommt schneller, als man denkt: Ein Schaltaktor 8-fach ist ein Gerät, aber Taster, Präsenzmelder und Sensoren summieren sich.
ETS Home – für Endanwender an der eigenen Anlage gedacht, mit Beschränkung auf ein Projekt.
ETS Professional – ohne Gerätebegrenzung, mehrere Projekte, vollständiger Funktionsumfang. Das ist die Version für gewerbliche Nutzung.
Mehrere Rechner: was geht und was nicht
Die Frage taucht regelmäßig auf, wenn im Betrieb ein Büro-PC und ein Baustellen-Laptop im Einsatz sind.
Die Lizenz ist an ein Konto gebunden und wird online aktiviert. Sie lässt sich auf einem anderen Rechner nutzen, wenn sie vorher freigegeben wird – gleichzeitig auf zwei Rechnern arbeiten geht nicht. Für die Praxis heißt das: Wer im Büro vorbereitet und auf der Baustelle in Betrieb nimmt, muss die Lizenz vorher umziehen oder eine zweite kaufen.
Für Betriebe mit zwei Projektierenden ist deshalb die zweite Lizenz kein Luxus, sondern Voraussetzung für paralleles Arbeiten.
Was Sie unabhängig von der Version brauchen
Aktuelle Produktdatenbanken. Sie kommen von den Herstellern, nicht mit der ETS. Vor jedem Projekt prüfen, ob die Applikationsversion zum bestellten Gerät passt.
Ein sauberes Backup. ETS-Projekte liegen lokal. Ein Rechnerausfall ohne Sicherung bedeutet, dass Kundenprojekte weg sind – und das ist ein Fall für die Haftpflicht.
Ein Ablagesystem. Projekt exportieren, mit Datum versehen, an zwei getrennten Orten sichern. Nach jeder Änderung, nicht nach jedem Projekt.
Die Alternative für seltene Projekte
Wenn im Jahr ein oder zwei KNX-Projekte anfallen, rechnet sich der Aufbau eigener Projektierungskompetenz selten – Lizenz, Schulung und vor allem die fehlende Routine kosten mehr, als sie einbringen. Dazu haben wir eine eigene Rechnung aufgemacht: KNX anbieten ohne eigenen Projektierer.
Wer die Projektierung zukauft, braucht keine eigene Lizenz. Das ETS-Projekt bekommt er trotzdem – und kann es mit einer Lite-Lizenz oder der Demoversion zumindest ansehen, wenn er später selbst kleine Änderungen machen will.
