Die Küche ist der Raum mit den meisten Elektrogeräten im Haus. Herd, Backofen, Geschirrspüler, Kühlschrank, Kaffeemaschine, dazu Licht über der Arbeitsfläche und eine Dunstabzugshaube. Gleichzeitig wird die Küche oft erst geplant, wenn der Rohbau steht. Dann sitzen Steckdosen hinter Hochschränken und das Licht wirft Schatten genau dort, wo Sie schneiden.
Dieser Beitrag zeigt, wie Sie die Küche im Neubau elektrisch planen und welche Smart-Home-Funktionen hier wirklich nützlich sind.
Die Küchenplanung muss zuerst kommen
Für fast jeden anderen Raum reicht eine grobe Vorstellung der Möblierung. Für die Küche nicht. Die Lage von Herd, Spüle, Geräten und Hochschränken bestimmt, wo Anschlüsse, Steckdosen und Lichtauslässe sitzen müssen. Ohne Küchenplan kann die Elektrofachkraft nur raten.
Lassen Sie deshalb den Küchenplan so früh wie möglich erstellen, auch wenn Sie die Küche selbst erst später kaufen. Ein vorläufiger Plan mit den Positionen der Geräte und Schrankmaße reicht für die Elektroplanung. Geben Sie ihn an den Elektrobetrieb weiter und lassen Sie sich die Anschlusspunkte vom Küchenstudio bestätigen.
Die festen Anschlüsse
Große Küchengeräte brauchen eigene Anschlüsse oder eigene Stromkreise. Welche genau und in welcher Ausführung, legt Ihre Elektrofachkraft nach den Herstellerangaben fest. Typisch sind:
| Gerät | Anschluss | Hinweis |
|---|---|---|
| Kochfeld | Festanschluss, meist Drehstrom | Lage genau nach Küchenplan |
| Backofen, Dampfgarer | eigener Stromkreis | bei Hochschrank Höhe beachten |
| Geschirrspüler | eigener Stromkreis | neben der Spüle |
| Kühlschrank, Gefrierschrank | eigener Stromkreis | nicht an Zentral-Aus hängen |
| Dunstabzug | Steckdose oder Festanschluss | in der Höhe der Haube |
| Mikrowelle, Kaffeevollautomat | Steckdose im Schrank oder auf der Arbeitsplatte | eigener Kreis bei hoher Leistung |
Wichtig für das Smart Home: Kühlschrank und Gefriergerät dürfen nicht über eine Zentralfunktion abgeschaltet werden. Das klingt selbstverständlich, wird aber bei „Alles aus“-Tastern gelegentlich übersehen. Wie Fachbetriebe solche Ausnahmen sauber umsetzen, beschreibt Zentralfunktionen in KNX.
Steckdosen an der Arbeitsplatte
An der Arbeitsfläche werden fast immer zu wenige Steckdosen geplant. Wasserkocher, Toaster, Küchenmaschine, Ladegerät und Radio wollen gleichzeitig angeschlossen werden. Bewährt hat sich, an jedem Arbeitsbereich mindestens eine Doppel- oder Dreifachsteckdose vorzusehen, verteilt über die gesamte Länge der Arbeitsplatte.
Bei einer Kochinsel gilt dasselbe. Steckdosen in der Insel brauchen einen Leitungsweg durch den Boden, der vor dem Estrich festgelegt sein muss. Es gibt versenkbare Steckdosen für Arbeitsplatten. Ob sie für Ihre Küche infrage kommen, klären Sie mit Küchenstudio und Elektrofachkraft.
Arbeitslicht ohne Schatten
Eine Deckenleuchte in der Raummitte beleuchtet die Küche, aber nicht die Arbeitsfläche. Wer an der Arbeitsplatte steht, steht mit dem Rücken zum Licht und arbeitet im eigenen Schatten. Deshalb braucht die Küche eigenes Arbeitslicht.
Üblich sind LED-Leisten unter den Hängeschränken, die die Arbeitsfläche von vorn oben ausleuchten. Fehlen Hängeschränke, helfen Einbaustrahler über der Arbeitsfläche, die nahe genug an der Wand sitzen. Achten Sie auf eine neutrale Lichtfarbe und gute Farbwiedergabe, damit Lebensmittel natürlich aussehen.
Insgesamt hat sich auch in der Küche Licht in Schichten bewährt:
- Grundlicht für den ganzen Raum, dimmbar
- Arbeitslicht über der Arbeitsfläche und am Herd
- Licht am Esstisch oder an der Theke, warm und gedimmt für den Abend
- Akzentlicht, etwa in Vitrinen oder als Sockelbeleuchtung
Wie Sie Lichtschichten planen und in Szenen zusammenfassen, zeigt Lichtplanung im Wohnzimmer. Bei offenen Wohnküchen gehört beides ohnehin zusammen.
Dunstabzug: Abluft oder Umluft
Bei der Dunstabzugshaube gibt es zwei grundsätzliche Varianten. Die Abluftvariante leitet die Küchenluft nach draußen. Die Umluftvariante filtert sie und gibt sie in den Raum zurück. Im gut gedämmten Neubau mit Lüftungsanlage wird häufig Umluft gewählt, weil Abluft eine Öffnung in der Gebäudehülle und eine passende Nachströmung braucht.
Besonders wichtig ist die Abstimmung, wenn im Haus ein Kaminofen oder eine andere raumluftabhängige Feuerstätte geplant ist. Eine Ablufthaube kann dann Unterdruck erzeugen. In solchen Fällen verlangt der Schornsteinfeger in der Regel eine Sicherheitseinrichtung, etwa einen Fensterkontaktschalter oder einen Druckwächter, der die Haube nur bei geöffnetem Fenster freigibt. Klären Sie das früh mit dem Schornsteinfeger und dem Lüftungsplaner.
Einige Hauben lassen sich mit dem Kochfeld koppeln und starten automatisch, wenn gekocht wird. Das läuft meist über eine herstellereigene Verbindung zwischen den Geräten.
Was ein Smart Home in der Küche bringt
Nicht jede Küche braucht viel Automatik. Ein paar Funktionen haben sich aber bewährt:
- Arbeitslicht per Präsenz. Kommt jemand in die Küche, geht das Arbeitslicht gedimmt an. Bei offenen Küchen mit Wohnbereich muss der Melder sorgfältig platziert werden, damit er nicht vom Sofa aus auslöst.
- Szenen für die Wohnküche. Eine Szene „Kochen“ schaltet das Arbeitslicht hell, eine Szene „Essen“ dimmt die Küche und betont den Tisch.
- Abschaltbare Steckdose für die Kaffeemaschine, die nachts oder bei Abwesenheit ausgeht.
- Wassermelder unter Spüle und Geschirrspüler. Er meldet austretendes Wasser früh. Mit einem passenden Ventil kann er auch die Wasserzufuhr schließen, das plant der Installateur.
Kurz zusammengefasst
Planen Sie die Küche elektrisch erst, wenn ein Küchenplan vorliegt, und lassen Sie die Anschlusspunkte vom Küchenstudio bestätigen. Großgeräte brauchen eigene Kreise, die Arbeitsplatte mehr Steckdosen als gedacht. Arbeitslicht gehört unter die Hängeschränke, nicht nur an die Decke. Beim Dunstabzug entscheidet das Zusammenspiel mit Lüftung und Feuerstätte. Das Smart Home ergänzt die Küche dann mit Präsenzlicht, Szenen und Wassermeldern.
